Mittwoch, 18. Januar 2017

Donald John Trump – wie konnte das passieren?

Aber ist die Frage überhaupt richtig gestellt? Sollte man nicht eher anders herum formulieren? Wie hätte Washington mit seiner elitären Politik, die sich um das eigene Volk immer weniger schert, einen Trump überhaupt verhindern können?

Dienstag, 3. Januar 2017

Der ökosoziale Staat

Unseren Kindern und Enkeln eine Natur zu erhalten, die durch den ökologischen Fußabdruck unserer Generation nicht weiter und immer noch stärker belastet wird – innerhalb Europas stößt diese Forderung inzwischen auf weitgehendes Verständnis. Wenige zweifeln heute noch daran, dass ein stetig steigender Ressourcenverbrauch uns zur Besinnung zwingt, zumal die Rest- und Schadstoffe der industriellen Produktion Luft, Wasser und Boden weltweit in immer stärkerem Maße belasten.

Samstag, 17. Dezember 2016

Hunnensturm - Putins fürchterliche "Befreier"

Wer die Nachrichten im Ersten Kanal des russischen Fernsehens verfolgt, dem wird eine Siegesmeldung nach der anderen präsentiert: Erst wurde Palmyra mit Hilfe russischer Bomber von ISIS gesäubert, jetzt ist es den Truppen Assads mit Hilfe Putins gelungen, Aleppo von den „Terroristen“ zu befreien. Welche Mächte da aufeinander treffen, steht für die russische Berichterstattung zweifelsfrei fest: Ein rechtmäßiges Regime, die Regierung Bashar al-Assads, wird von seinen Freunden vor einer Phalanx von Banditen geschützt.
Auf russischer Seite wird dabei nicht versäumt, den durchschlagenden Erfolg der eigenen Politik mit dem kläglichen Versagen des Westens zu konfrontieren. Während dieser den nahen bis zum weniger nahen Osten, will sagen von Libyen über den Irak bis nach Afghanistan, ins Chaos stürzte und sich als völlig unfähig erwies, den Frieden auch nur annähernd wiederherzustellen, hat Russland mit seiner entschiedenen Unterstützung einer legal gewählten Regierung innerhalb kürzester Zeit für Ordnung gesorgt.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Sandra Navidi führt nach Davos auf den Olymp der kapitalistischen Super-Hubs

Eines doppelten Rekords darf die außerordentliche Frau sich rühmen. Einerseits hat Sandra Navidi es fertiggebracht, das vielleicht langweiligste Buch der Saison zu schreiben: eine Aufzählung von Personen, die sämtlich nur Schemen bleiben, eine Aneinanderreihung von Orten und Superlativen, die sich von einem Kapitel zum anderen auf ermüdende Art wiederholen. Dabei ist ihr aber andererseits etwas Einzigartiges gelungen: Sie ist bis zu den olympischen Höhen der mächtigsten und reichsten Männer vorgedrungen, dorthin, wo die restlichen neunundneunzig Prozent der Menschheit niemals gelangen. Mit anderen Worten, Sandra Navidi, entführt uns zum Olymp nach Davos, um uns mit jenen wenigen Dutzend Menschen bekanntzumachen, die den heutigen Kapitalismus und seine Hauptakteure verkörpern und das Schicksal der Welt bestimmen. Das alles ist ihr noch dazu als Frau gelungen – eine außerordentliche Leistung, denn das Antlitz des Finanzkapitalismus ist männlich, patriarchalisch und ganz überwiegend brutal.

Donnerstag, 24. November 2016

Europas politische Tollheit

Weizen ist immer noch Weizen, und Schweine sind Schweine – das macht den Unterschied zu Computern, Handys oder selbst Autos aus, wo jede Generation von Produkten fortdauernder Innovation unterliegt. Im Wesentlichen hat die Natur das Schwein geschaffen (einst war vom Lieben Gott die Rede), da sind selbst die Eingriffe des Züchters begrenzt. Anders gesagt, liegt der sogenannte Fortschritt der Landwirtschaft fast ausschließlich darin, dass sie Schweinefleisch, Weizen, Milch etc. jedes Jahr billiger auf den Markt wirft. Dazu muss sie die Produktionsbetriebe der Bauern allerdings in automatisierte und immer größere Fabriken verwandeln, wo von der Fütterung bis zur Schlachtung sämtliche Vorgänge von Maschinen ausgeführt werden.

Dienstag, 15. November 2016

Egon Friedell – die hohe Kunst, die Toten ins Leben zurückzurufen

Lange muss man suchen, um in der heutigen Sachbuchliteratur einen Autor zu finden, der ihm in der Brillanz des Stils, der Tiefe der Reflexion und dem Umfang der Bildung auch nur entfernt nahe kommt. Die Rede ist von jenem Mann, der in Wien aus dem Fenster des dritten Stocks in der Gentzstraße sprang, als er 1938 die Nazischergen an die Tür klopfen hörte. Noch im Augenblick des bevorstehenden Todes hat er auf seine Art den Wiener Charme definiert, denn während seines Sprungs rief der massige Mann den Leuten auf der Straße noch ein „Achtung!“ zu.

Donnerstag, 3. November 2016

Hep hep Sarrazin! Rückblick auf eine Menschenhatz in Deutschland

Kein Zweifel, Ideen können Revolutionen bewirken. Der Islam, erfunden von einem poetisch inspirierten Kaufmann, der Gottes Stimme zu hören glaubte, war historisch eine der wirkmächtigsten Ideen, weil sie in einem geistig-militärischen Siegeszug ohnegleichen einen Großteil der Alten Welt innerhalb kürzester Zeit unterwarf und eine radikale Umgestaltung bewirkte. Noch weitreichender waren die Folgen, die von den Ideen eines Lord Chancellors tausend Jahre danach ausgingen. Zu einer Zeit, als England noch ein Agrarstaat war, nämlich zu Beginn des 17. Jahrhunderts, entwarf Francis Bacon die wesentlichen Elemente der industriellen Gesellschaft in Gestalt einer reinen Idee, niedergelegt in seiner Schrift „Nova Atlantis“. Danach mussten allerdings noch zwei Jahrhunderte vergehen, bis die Idee sich die Wirklichkeit unterwarf – heute hat sie den ganzen Globus erobert (wie und warum Ideen solche Macht entfalten, davon handelt mein Buch „Die Macht der Träume“).